Psychologische Beratung

       HEP/ HeilErziehungsPflegerin    www.der-weg-aus-der-krise.eu                                     

  • Der Terminus: Extinktionslernen ist ein aktives  Umlernen. Anders als der Begriff vermuten lässt, werden die bestehenden Gedächtnisinhalte jedoch nicht gelöscht.

  • Das Umlernen ist viel anspruchsvoller, als Neues zu lernen, weil die alten Gedächtnisspuren  bleiben ja bestehen und können mit Hilfe unterdrückt werden.

  • Gerüche, Bilder, Namen, Geräusche, Gegenstände und Texte  können die alten Gedächtnisspuren immer wieder  aktivieren. Dazu gehören visuelle Informationen aus der Lernsituation, aber auch unser  Gefühl zu dem damaligen traumatisch erlebten Ereignis. Experten sprechen hierbei vom Erneuerungseffekt – „Renewal“.











Wenn einem Menschen etwas schreckliches Zugestoßen ist, dann ist diese Erfahrung nicht zu löschen. Der Umgang mit der Erfahrung jedoch schon.


Etwas geschieht. Es geschieht nur ein einziges Mal und dennoch werden genau diese  Ereignisse so geschaltet, dass Reaktionen sich verselbstständigen. Ein Beispiel:  Eine Frau hört Schritte hinter sich, schnelle und zielstrebige Schritte. Die abgespeicherte Erinnerung: Gefahr. Immer, dann, wenn sie hastige Männerschritte hinter sich vernimmt,  lässt diese Frau Passanten vorsorglich vorbeiziehen. Ihr Gehirn hat auf den einmaligen Übergriff hin gelernt, sie bei den leisesten Anzeichen einer ähnlichen Situation in einen Alarmzustand zu versetzen.

Die Reaktionen auf bestimmte Lebensereignisse verselbstständigen sich.

Extinktionslernen , eigentlich Auslöschen lernen, ist so zu verstehen, dass alte  Verhaltensmuster durch neue Verhaltensmuster  abgelöst werden.  Im Gehirn selbst gibt es Pfade, Wege oder auch  Gedächtnisspuren genannt.  Es gilt, einstudierte Fehler oder alte Verhaltensmuster durch Umlernen zu verändern, sie auf ihre Aktualität zu überprüfen, sie auf ihren Sinn im Hier und Jetzt zu analysieren und die ursprünglich erlernte, aber nicht mehr gültige Information, anzupassen. Auch bei Suchterkrankungen ist es möglich, dem Gehirn andere Wege aufzuzeigen, sodass der Wunsch nach einer Droge dem Verstehen, warum der Körper keine erhalten wird, folgt.

Das Extinktionslernen hilft auch, Angsterkrankungen und posttraumatische Belastungs-störungen zu überwinden. Altes abzulegen ist für uns allerdings viel schwieriger, als Neues zu erlernen. Der Grund dafür liegt darin, dass  alte Gedächtnisinhalte  nicht gelöscht werden können. Sie bleiben bestehen. Das führt unter Extrembedingungen, wie bei Stress oder Triggern, zu Panik und letztendlich dazu, dass „unsere kleinen Denkzentralen“ bei Gerüchen, Geräuschen, Emotionen allgemein, die altbekannten Wege langflitzen. Ob es Sinn macht oder nicht, Traumen sind unlogisch. Ihnen also mit Verstand beikommen zu wollen ist eine erfolglose Mission.



Selbst wenn etwa also jene Frau, die auf Männerschritte panisch reagiert, in einer Psychotherapie erlernt hat, Männerschritte gelassen zu ertragen, genügt vielleicht ein Flackern einer Straßenlaterne – wie damals, als es passierte, ein Trigger zusätzlich, das Gehirn ist in Aufruhr, im Alarmzustand   – und sofort ist das alte Verhaltensmuster wieder da.

Dennoch, wer umdenkt und umlernt und versucht mit Unterstützung neue Wege zu gehen erzielt für sich eine bessere Lebensqualität.

 
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